The Debt (USA, 2010), Laufzeit 114 min.
Synopsis
Die fiktive Nazi-Jäger Erzählung, „The Debt“, basiert
auf der israelischen Filmvorlage „Ha-Hov“ (2007). Im Mittelpunkt stehen drei Mossad Agenten, die einen untergetauchten
KZ-Arzt in Ost-Berlin eliminieren sollen. Die Mission der Agenten geht schief
und der berüchtigte Arzt taucht ab. Unter dem Mantel der Verschwiegenheit kehren
die Drei als Helden nach Israel zurück und belassen die Öffentlichkeit im
Glauben, das die Mission geglückt sei. Zeit ihres Lebens bleibt die Lüge eine
schwere Belastung für ihr Gewissen.
Das
Gewissen als Antrieb
Wenn
man die Hauptrollen kategorisiert, so stellen sie im weitesten Sinne folgende
moralische Elemente dar: Die Verdrängung, das Schuldgefühl und das Gewissen. Hierbei
ist letzteres der unsichtbare Protagonist der Erzählung, porträtiert durch eine
zunächst unmündige weibliche Figur in einer patriarchalischen Welt. Das
schlechte Gewissen ist angelegt als zentraler innerer Konflikt, welcher die
Handlung des Films stetig vorantreibt. Durch die Korrektur der vergangenen Ereignisse,
kommt es nicht nur zur gewissenhaften Läuterung, sondern auch zur Emanzipation
der Agentin Rachel Singer.
Die
stille Heldin
Die Agentin Rachel Singer ist in den Sechziger Jahren
eine junge Frau, deren Handeln von den Eindrücken des Dritten Reichs bestimmt ist,
als sie ihre Mossad-Mission in Ost-Berlin ausführt. Zwar hat sie einen
riskanten und modernen Beruf, jedoch muss sie sich der Befehlskette beugen. Die
Entscheidungen ihrer männlichen Vorgesetzten belasten Rachels Dasein über
Jahrzehnte, bis sie zuletzt die Initiative ergreift und ihrem Schicksal
entgegentritt unter Einsatz ihres Lebens. Somit zahlt sie als Sünderin einen
hohen Preis für ihre persönliche Sühne und die falsche Heldenverehrung, die ihr
in der Öffentlichkeit widerfahren ist. Da sich Rachel aber der Vergangenheit
zuletzt stellt, im Gegensatz zu ihren männlichen Mitwissern, korrigiert sie als
Frau die Geschichte und erlangt zumindest als stille Heldin ihren persönlichen
Seelenfrieden wieder.
Empfehlung
„The Debt“ ist ein subtiler Thriller und
kein Action-Kracher. Die narrative Struktur der verschiedenen Zeitebenen baut
eine gelungene Brücke und lässt uns nach einer Weile die moralische Qualität
der Geschichte erahnen. Cineastisch ist dieser Film in der Umsetzung eher in
Zentraleuropa beheimatet, was sich Teils auch aus den Ost-Berliner Drehorten
herleitet. Auch wenn dieser Film nicht durchweg temporeich ist und ästhetisch
ebenfalls eher reduziert Wirkt in unseren Breitengraden, so ist der Film trotz
allem hervorragend inszeniert und erreicht einen absolut packenden Höhepunkt.
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Bewertung ++++++
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