Samstag, 29. Oktober 2011

Der Film ist Futsch/Thema Okt. 2011


Wie funktioniert Filmarchivierung in der Zukunft?
Es ist bereits bekannt, dass Arri die Produktion von Filmkameras eingestellt hat. Ferner hält sich das Gerücht, dass Eastman Kodak die Insolvenz anstrebt, um mit dem Verkauf von Filmpatenten als Unternehmen gestärkt rentable Geschäftsfelder bedienen zu können. Es ist nun offensichtlich, dass die Ära Film-Film zu Ende geht. 
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Der digitale Workflow bietet neue Möglichkeiten und der Pioniergeist im HD-Kamerabereich nähert sich im Eiltempo den klassischen Standards an. Es gibt nur ein großes Problem!
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Die Lagerung der Filme ist zukünftig ein kniffliges Thema, denn digitale Speichermedien und Bänder haben keine langfristige Haltbarkeit.  Die File-Formate ändern sich stetig, einhergehend mit den aktuellen technischen Neuerungen. 
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Bewährt zur Konservierung hat sich bisher nur die gute alte Filmrolle und es scheint, die letzte Bastion ihrer Existenz zu sein. Die Frage die sich aufdrängt beim Schwund des Filmmaterials und den Auswirkungen auf den Kopierwerksektor: Wie werden in Zukunft Filmwerke für die Nachwelt archiviert?

Autor: J. Kirgaard

Samstag, 8. Oktober 2011

Eine offene Rechnung/Sehenswertes Okt. 2011


The Debt (USA, 2010), Laufzeit 114 min.
















Synopsis
Die fiktive Nazi-Jäger Erzählung, „The Debt“, basiert auf der israelischen Filmvorlage „Ha-Hov“ (2007). Im Mittelpunkt stehen drei Mossad Agenten, die einen untergetauchten KZ-Arzt in Ost-Berlin eliminieren sollen. Die Mission der Agenten geht schief und der berüchtigte Arzt taucht ab. Unter dem Mantel der Verschwiegenheit kehren die Drei als Helden nach Israel zurück und belassen die Öffentlichkeit im Glauben, das die Mission geglückt sei. Zeit ihres Lebens bleibt die Lüge eine schwere Belastung für ihr Gewissen.


Das Gewissen als Antrieb
Wenn man die Hauptrollen kategorisiert, so stellen sie im weitesten Sinne folgende moralische Elemente dar: Die Verdrängung, das Schuldgefühl und das Gewissen. Hierbei ist letzteres der unsichtbare Protagonist der Erzählung, porträtiert durch eine zunächst unmündige weibliche Figur in einer patriarchalischen Welt. Das schlechte Gewissen ist angelegt als zentraler innerer Konflikt, welcher die Handlung des Films stetig vorantreibt. Durch die Korrektur der vergangenen Ereignisse, kommt es nicht nur zur gewissenhaften Läuterung, sondern auch zur Emanzipation der Agentin Rachel Singer.
 

Die stille Heldin
Die Agentin Rachel Singer ist in den Sechziger Jahren eine junge Frau, deren Handeln von den Eindrücken des Dritten Reichs bestimmt ist, als sie ihre Mossad-Mission in Ost-Berlin ausführt. Zwar hat sie einen riskanten und modernen Beruf, jedoch muss sie sich der Befehlskette beugen. Die Entscheidungen ihrer männlichen Vorgesetzten belasten Rachels Dasein über Jahrzehnte, bis sie zuletzt die Initiative ergreift und ihrem Schicksal entgegentritt unter Einsatz ihres Lebens. Somit zahlt sie als Sünderin einen hohen Preis für ihre persönliche Sühne und die falsche Heldenverehrung, die ihr in der Öffentlichkeit widerfahren ist. Da sich Rachel aber der Vergangenheit zuletzt stellt, im Gegensatz zu ihren männlichen Mitwissern, korrigiert sie als Frau die Geschichte und erlangt zumindest als stille Heldin ihren persönlichen Seelenfrieden wieder.


Empfehlung
„The Debt“ ist ein subtiler Thriller und kein Action-Kracher. Die narrative Struktur der verschiedenen Zeitebenen baut eine gelungene Brücke und lässt uns nach einer Weile die moralische Qualität der Geschichte erahnen. Cineastisch ist dieser Film in der Umsetzung eher in Zentraleuropa beheimatet, was sich Teils auch aus den Ost-Berliner Drehorten herleitet. Auch wenn dieser Film nicht durchweg temporeich ist und ästhetisch ebenfalls eher reduziert Wirkt in unseren Breitengraden, so ist der Film trotz allem hervorragend inszeniert und erreicht einen absolut packenden Höhepunkt.
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Das riesige moralische Dilemma der Protagonisten ist die Grundlage für ein packendes Drama im Kontext des Thrillers. 
                                                                                                      
Autor: J. Kirgaard
 
Bewertung ++++++
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