The Help (USA, 2011), Laufzeit 137 min.

Synopsis
Skeeter, eine
junge Frau kehrt in den Sechszigern von ihrem Studium zurück nach Mississippi.
In ihr brennt der Wunsch Autorin zu werden. Auf der Suche nach einem geeigneten
Thema, nimmt sie Anstoß an der Umgangsweise mit den farbigen Haushaltshilfen. Aibileen und andere Frauen bemühen sich
um die Erziehung der Kinder und um die hauswirtschaftlichen Arbeiten wohlhabender
weißer Familien. Jedoch haben sie nur eine geringe Zukunftsperspektive und sind
der Willkür ihrer Arbeitgeber ausgesetzt. Die emanzipierte Skeeter kann diese Ungerechtigkeit nicht ertragen und beschließt
dies zum Gegenstand ihrer literarischen Arbeit zu machen. Nach dem sie zunächst
schwere Überzeugungsarbeit leisten muss, da die Hilfskräfte Angst haben ihre
Existenz aufs Spiel zu setzten, beginnt Aibileen
sich ihr als erste zu öffnen. Mit der Zeit kommen immer mehr farbige Frauen
hinzu, um ihr Schicksal preiszugeben. Es entsteht ein Vertrauensverbund
zwischen den Frauen der Kraft, Lebensfreude und Selbstvertrauen spendet. Diese inoffizielle
„Organisation“ macht die Frauengruppe zu mündigen Bürgern, die ihre
demokratischen rechte einfordern. Hierbei ist die Veröffentlichung des Buchs, „The Help“, ein wesentlicher Katalysator.
Die verschlafene Ortschaft bekommt ein Spiegelbild vorgehalten durch die niedergeschriebenen
Geschichten der Haushaltshilfen und das regt fast bei der ganzen weißen
Bevölkerung zu einem Umdenkprozess an.
Mut zur Veränderung
Skeeter bricht mit dem lokalen weißen
Frauenbild am Herd und repräsentiert diesen Aufbruch in ein neues Zeitalter.
Als Aufgeklärte, gebildete Frau will sie sich selbstverwirklichen. Dabei sieht
sie nach ihrer Rückkehr die gesellschaftlichen Missstände in ihrer heimatlichen
Umgebung und trägt tatkräftig zur Abschaffung der Unterdrückten weiblichen farbigen
Population in ihrem Einflussbereich bei. Das Buch „The Help“ erweitert
natürlich diesen Radius wesentlich. Skeeters
Bewusstsein ist geprägt vom städtischen Leben und vom modernen Weltbild der
nördlichen Ostküste.
Selbsterkenntnis der
Haushaltshilfen
Während die weiße Protagonistin Skeeter den schwarzen Frauen bereits einen Schritt voraus ist und
die Gleichberechtigung angeht, so sind die farbigen Frauen zunächst damit
beschäftigt ihren Menschenwert zu erkennen. Ihr Zusammenschluss ist
vergleichbar mit einer Gewerkschaft, die Rechte einfordert. Dem Verbund geht es
nicht nur um Gleichberechtigung, sondern auch um die Würdigung ihrer Leistung.
Ihr wachsendes Bewusstsein stellt sich gegen die Tradition der
Schicksalsergebenheit und der
damit einhergehende permanenten rassische Degradierung. Was der Gruppe von
farbigen Frauen bisher widerfahren ist, wird als inakzeptable und Ungerechtigkeit
Wahrgenommen und wandelt sich in ein kollektives Selbstbewusstsein, das fordert
gebührend als Mensch behandelt zu werden.
Schlussfolgerung
Die sechziger Jahre waren eine Zeit des weltweiten Umbruchs.
Die Bürgerrechtsbewegung ein wichtiger und längst überfälliger Teil im
Demokratisierungsprozess der USA. „The
Help“ stellt dieses Thema in einem Mikrokosmos hervorragend dar. Der Film
wird getragen von der unumgänglichen nostalgischen Südstaatenatmosphere, die
den Film zu einem klassischen cineastischen Genus macht. Die Inszenierung und
die dargebotenen Schauspielkünste, des gesamten Casts sind hervorragend. Der
Schnitt ist unaufgeregt und verleiht dem Film einen angenehmen Rhythmus. Dieses
Werk beweist das Drama seine Leinwandberechtigung nicht eingebüßt hat, wie
gegenwärtig oft behauptet wird und nur noch eine Daseinsberechtigung im TV
besitzt. Dieser Film ist von der Erzählung her ansprechend und durch das
Sechzigerjahre Setting im Süden der USA auf jeden Fall ein visueller
Leckerbissen.
„The Help“ basiert
auf der gleichnamigen Romanvorlage von Kathyrin Stocket.
Autor: J. Kirgaard
Bewertung ++++++